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„Das kann er halt“: Tim Jud sorgt bei 34:21-Gala für Raunen auf den Rängen

Tim-Jud-HSG-Konstanz-Willstaett Zu Recht riesige Freude bei Tim Jud: Wie alle Spieler lieferte auch der Kapitän eine tolle Leistung.

Rundum zufrieden war Daniel Eblen nach der 34:21-Gala der HSG Konstanz gegen Willstätt. Rundum, heißt mit allen Mannschaftsteilen und jedem einzelnen Spieler. „Heute waren alle gut, da kann man keinen herausheben“, fand der Cheftrainer des Drittliga-Spitzenreiters. Doch einer stach aus einem bärenstarken Kollektiv als Inbegriff der großartigen Konstanzer Spielfreude an diesem Abend dennoch ein wenig heraus: Tim Jud. Mit genialen Zuspielen, echten Zuckerpässen, versetzte er die knapp 1 100 HSG-Fans in der stimmungsvollen „Schänzle-Hölle“ in Staunen und sorgte mehrmals für ein kollektives Raunen der enthusiastischen Anhänger.

 

Die spektakulärste Szene lieferte der ehemalige Schweizer Jugend- und Junioren-Nationalspieler wohl in der 27. Minute ab. Simon Tölke hatte gerade nach einer schönen Flugeinlage den Gegenstoß über Jud eingeleitet, der wurde in höchstem Tempo – versucht – von einem Gegenspieler festzumachen. Es blieb beim Versuch. Blitzschnell setzte sich der 24-Jährige mit einem Schritt nach hinten ab, befreite sich aus der Umklammerung und schaffte es dabei gleichzeitig den Ball zu prellen und – alles in einer Bewegung – direkt bei der nächsten Ballberührung per No-look-Pass zu Michel Stotz an den Kreis weiterzuspielen. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, der TV Willstätt ebenso. Die Belohnung: Siebenmeter, den Paul Kaletsch zum 17:11 verwandelte und eine Zweiminutenstrafe für die Ortenauer. Zuvor hatte er – unter anderem mit einem Bodenpass über das ganze Spielfeld vom eigenen Strafraum zum anderen – für spektakuläre Highlights gesorgt. „Wahnsinn“, kommentierte Ex-HSG-Kapitän Matthias Faißt im Livestream. „Der ist heute on fire.“

 

Und Eidgenosse. Zurückhaltend und bescheiden. Als hätte er die Worte seines Trainers gehört, sagte er später: „Kompliment an das ganze Team. Das war wieder ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.“ Zugleich war es der neunte Sieg hintereinander, der das Punktekonto der HSG nach einem 4:4-Stotterstart auf nunmehr 22:4 anwachsen ließ. Bei einer im Vergleich zur Konkurrenz bereits mehr ausgetragenen Begegnung beträgt der Vorsprung auf die Verfolger inzwischen vier Punkte. Doch Jud zeigte sich bereits genauso konzentriert auf die nächsten Aufgaben wie in den 60 Minuten zuvor. „Wir hatten nach der Pause richtig Bock auf Handball, dann führt eins zum anderen. Aber: Wir wollen unsere Serie weiter ausbauen.“ In Neuhausen, mit einem proppevollen Fanbus im Gepäck wird er wieder gefordert.

 

Doch was war drin, im Frühstück oder Mittagessen des explodierenden Mittelmanns? „Das gleiche wie immer“, lachte er. „Wer mich kennt, weiß, dass ich daran nichts ändere.“ Mit seiner eigenen Leistung war er danach „zufrieden. Aber da geht noch mehr“, forderte er von sich selbst. Als Gegner könnte man dies, nach der erfrischenden Vorstellung gegen Willstätt, fast als Drohung auffassen. Doch sein Trainer hatte schon vor den HSG-Festspielen die Marschroute ausgegeben. „Es braucht immer alles“, hatte Eblen gefordert. Gegen Willstätt ist seinen Schützlingen dies auf herausragende Art und Weise gelungen. Dafür gab es dann sogar ein Sonderlob vom Sportlichen Leiter für Tim Jud – sofern man genau hinhörte, was Andre Melchert nach dem 13-Tore-Sieg anmerkte. „Dass Tim diese Pässe spielen kann und eine gute Entscheidungsfähigkeit hat, wissen wir“, so der Sportchef. „Das zeichnet ihn aus, ist aber nichts Ungewöhnliches für Tim. Das kann er halt.“

 

Genauso wie die Rolle des jungen Kapitäns annehmen, der voranging, als Tom Wolf als zweiter Spielführer verletzungsbedingt fehlte. „Wir haben“, erklärte der junge Anführer, „den Schwung aus der Abwehr ganz gut mitgenommen. Es lief gut, aber wir werden das auch nicht überbewerten.“ Stattdessen wünscht er sich einen weiteren Lernprozess, wie in den letzten Wochen. Plus eine weitere Leistungssteigerung. Jud: „Wir haben die richtigen Schlüsse gezogen. Jetzt ernten wir die Früchte dafür. Aber wir sind weiter in einem Prozess, in die Richtung wo wir hinwollen. Dieser Prozess ist aber nicht beendet, er muss weitergehen.“ Die Führungsrolle scheint den Spielmacher jedenfalls zu beflügeln. Und er wiederum die Mannschaft – inklusive Fans, die beim Interview ihres Kapitäns direkt wieder laute Fangesänge anstimmten. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht konnte er sich noch bedanken: „Wenn hier in den letzten Minuten die Sprechchöre über das Spielfeld hallen, kann man nur immer wieder sagen: Es ist unglaublich schön hier mit diesem Rückhalt zu spielen.“

 

Das komplette Spiel im Re-live:

 

 

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