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Der Kapitän bleibt: HSG bindet Leistungsträger

Vorfreude-Fynn-Beckmann-Tim-Jud-und-Tom-Wolf-HSG-Konstanz Stehen auch nächste Saison im Kader der HSG: Fynn Beckmann, Tim Jud und Tom Wolf (von links).

Zwei Neuzugänge – darunter mit Felix Jaeger einen sofortigen – konnte die HSG Konstanz bereits vermelden, dazu zahlreiche Vertragsverlängerungen. Die neueste von Tim Jud um ein weiteres Jahr bis 30. Juni 2021 ist allerdings eine ganz besonders wertvolle. Damit bleibt das Kapitänsteam Tom Wolf/Tim Jud auch in der nächsten Spielzeit bestehen. Beide sind auf und neben dem Feld zentrale Eckpfeiler des Erfolgs.

 

Denn auch wenn Jud zuletzt mehrere Monate aufgrund von Rückenproblemen pausieren musste, war er stets dabei. Selbst bei jeder Auswärtsfahrt – und war sie noch so weit. Nach Hamburg, Lübbecke oder Krefeld, immer war der Captain ganz dicht dran an seinem Team. Es sind diese Momente, in denen deutlich wird, wie sehr Tim Jud den Handball lebt – und seiner Rolle als Kapitän gerecht werden möchte. „Das ist meine persönliche Einstellung, ich möchte das auch vorleben“, sagt er bescheiden, und: „Ich möchte immer dabei sein und auch von außen bestmöglich unterstützen.“ Für jede Mannschaft sind solche Spieler besonders wichtig. Das sieht auch Andre Melchert so. „Tim ist ein sehr wichtiger Spieler, der mit Tom Wolf zusammen die Mannschaft anführt. Er ist einer der Grundpfeiler des Teams“, so der Sportchef. „Wir können stolz darauf sein, dass er bei uns bleibt.“ Die vorbildliche Einstellung zum Sport und zur Mannschaft „zeigt sehr viel“, fügt der Sportliche Leiter an. „Tim hat sich bei uns zu einem Führungsspieler und Leistungsträger entwickelt.“

 

2015 war es, als der ehemalige Schweizer Jugend- und Junioren-Nationalspieler den Mut hatte, als junges Talent die Komfortzone in der Heimat zu verlassen und das hohe Niveau im Nachbarland in der stärksten zweiten Liga der Welt zu suchen. Auf Anhieb gelang ihm der Aufstieg mit der HSG. Seitdem wird er von Jahr zu Jahr wichtiger für die Konstanzer. Die Verantwortlichen des Clubs sind froh, dass sie auf ihren spielstarken Mittelmann bei der Mission Klassenerhalt nun wieder bauen können. Fit sei er wieder, verrät der 25-Jährige mit einem freudigen Lächeln. „Es läuft gut, das Vertrauen in die Fähigkeiten steigt von Tag zu Tag“, berichtet er zufrieden und voller Vorfreude auf das erste Heimspiel im neuen Jahr am 15. Februar gegen Eisenach.

 

Über die nun schon viereinhalb Jahre in Konstanz spricht Jud mit spürbarer Dankbarkeit. „Diese Zeit hat mich sehr weitergebracht. In persönlicher wie spielerischer Hinsicht“, sagt der gebürtige Usterer. Den Schritt vom Talent hin zu einem Führungsspieler hat er vollzogen, sein BWL-Studium mit dem Bachelor abgeschlossen und den Berufseinstieg in der Unternehmensberatung gefunden. Im Herbst wird er dann ein Masterstudium in Business Innovation beginnen. Jud: „Dieser duale Weg ist mir sehr wichtig. Dazu sind mir der Verein und das Umfeld ans Herz gewachsen. Ich fühle mich im Team und in der Stadt pudelwohl. Das Gesamtpakt war es, warum ich sehr gerne bei der HSG bleibe.“ Natürlich spielt für den heimatverbundenen 1,84-Meter-Mann vom Zürichsee auch die Nähe zur direkt angrenzenden Schweiz und seiner nur 15 Minuten entfernt wohnenden Freundin eine Rolle, doch in der größten Stadt am Bodensee hat er längst eine zweite Heimat gefunden. „Und viele Freunde“, ergänzt er strahlend, denn „wir sind eine kleine Familie im Team und im Verein und unternehmen viel zusammen – obwohl man meinen könnte, wir sehen uns bereits genug in der Halle.“ Doch dem ist nicht so.

 

Wenn dann Freunde am Bodensee zu Gast sind, sind diese ob der Atmosphäre in der „Schänzle-Hölle“ begeistert. „Ein großes Plus“, so  der zweifache Teilnehmer an der Junioren-Europameisterschaft, „das wir genießen können.“ Hier soll der Grundstein für den Klassenerhalt gelegt werden, das große Ziel nicht nur von Tim Jud. Für das alle an einem Strang ziehen. „Alles, was geht“ investieren lautet das Credo des Spielgestalters. Dabei möchte er seiner Führungsrolle gerecht werden und Verantwortung übernehmen. Mit zwei Kapitänen, die sich fast blind und auch bestens außerhalb des Spielfeldes verstehen, kann die HSG weiter auf eine wichtige Achse bauen. „Wir ergänzen uns gut“, erklärt Jud das Erfolgsrezept. „Wir lernen weiter dazu und wollen unsere Werte einbringen und vorleben.“ Die Eindrücke aus der Vorbereitung lassen hoffen, dass er selbst dann nahtlos wieder an die starken Leistungen der ersten Saisonhälfte wird anknüpfen können. Damit das große Ziel wahr wird. Dafür fordert der Kapitän, nachdem man das spielerische Niveau für die Liga durchweg gezeigt hat, von der ersten bis zur letzten Sekunde ein unbequemer Gegner zu sein. Einer, der in jeder Aktion „zu einhundert Prozent zeigt, was es braucht. Wir sind dazu auf einem guten Weg und haben Bock darauf. Das ist unsere Leidenschaft, nicht irgendein Job.“ Er selbst strahlt es aus und wird es vorleben – auf und neben dem Spielfeld.

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