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Verrücktes Spiel in Dessau: HSG erringt in letzter Sekunde wertvollen Punkt

Chris-Berchtenbreiter-HSG-Konstanz-Dessau

2. Handball-Bundesliga:

Dessau-Roßlauer HV – HSG Konstanz 25:25 (15:13)

 

Es war ein verrücktes Spiel in Dessau zwischen den beiden Aufsteigern Dessau-Roßlauer HV und der HSG Konstanz. In jeder Sekunde war zu spüren, dass für beide Vereine enorm viel auf dem Spiel steht. Nach einem irren Finish, mit einem Siebenmeter von Paul Kaletsch in letzter Sekunde nach Roter Karte für Florian Pfeiffer, feierte Konstanz ausgelassen einen eminent wichtigen Punktgewinn. Mit 31 Zählern konnte die HSG wieder die Abstiegsränge verlassen und belegt nun Platz 16.

 

Welch furioser Beginn der HSG Konstanz in der schwülwarmen Anhalt-Arena zu Dessau. Mit höchstem Tempo und Konzentration nutzte die HSG die sichtbare Nervosität und die daraus resultierenden Fehler der Gastgeber gnadenlos aus. Fabian Schlaich stellte so schon schnell einen Drei-Tore-Vorsprung her (4:1/6.). Doch nicht Dessau wirkte unter Druck nun mehr und mehr fahrig und unkonzentriert, sondern die Gäste vom Bodensee. Ganze zehn Minuten wollte anschließend nicht mehr viel zusammenlaufen bei den nun ihrerseits sehr fehleranfälligen Konstanzern. Die Hausherren aus Anhalt spürten dies – und drückten mächtig auf das Tempo. Mit einem 7:0-Lauf stellten sie bald auf 8:4 (16.) und überrannten die Eblen-Equipe förmlich.

 

Jetzt konnte Dessau sein gefürchtetes Tempospiel aufziehen und lief Konter über Konter, Konstanz rieb sich in der Offensive auf und beging dann am Ende doch wieder den leichten technischen Fehler. Eine extrem kritische Phase in fremder Halle, die nun richtig kochte, und die zuletzt immer wieder Zählbares bei den Auswärtsspielen verhinderte.

 

Doch Konstanz bekam wieder einen Fuß in die Tür, wie HSG-Trainer Daniel Eblen zu sagen pflegt, und holte Tor um Tor auf. Nach dem 12:13- und 13:14-Anschlusstreffer ging es mit 15:13 für Dessau in die Kabinen, nachdem Fabian Schlaich mit einem Freiwurf in letzter Sekunde am Pfosten gescheitert war. Paul Kaletsch besorgte dann den 15:15-Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel und leitete zusammen mit dem eingewechselten Junioren-Nationaltorwart Stefan Hanemann die Wende hin zu einem extrem spannenden Schlagabtausch ein. Hanemann parierte einen Strafwurf, verschuldete kurz darauf allerdings auch einen Wechselfehler (37.) und musste mitansehen, wie die Dessauer erneut davonzogen (18:15).

 

Doch das, was Daniel Eblen hinterher als Schlüsselszene bezeichnete, brachte erneut die Wende und war beeindruckend anzusehen. Konstanz hatte den Gegner im gebundenen Angriff mit intensivster Deckungsarbeit gut im Griff. Die Belohnung blieb aber minutenlang aus. Viermal war Hanemann oder die Abwehr zur Stelle, doch Dessau angelte sich jedes Mal erneut den Abpraller. „Das war mitentscheidend“, so Eblen, „eine Schlüsselszene – einfach Wahnsinn, wie die Jungs da gekämpft haben und die Intensität immer wieder hochgehalten haben.“

 

Und dennoch schien beim 22:20 und dank der individuellen Klasse von Erstligaspieler Franz Semper alles verloren, die verdiente Belohnung auszubleiben. Fabian Schlaich erzielte unter großem Jubel zwar den Ausgleich zum 24:24, Dessau legte jedoch wieder vor. Kurz darauf scheiterte Gregor Thomann vom Siebenmeterpunkt und Dessau stand ganz dicht vor dem Heimsieg. Erst eine Balleroberung und die Rote Karte für Florian Pfeiffer, der die schnelle Ausführung des Freiwurfs verhinderte, – in der letzten Spielminute einhergehend mit Siebenmeter – brachte einen überschwänglich gefeierten Punktgewinn. Paul Kaletsch trat an – und behielt die Nerven. Der Rest war Konstanzer Jubel.

 

„Ich bin total fertig“, beschrieb Daniel Eblen seine Gefühle nach dem Schlusspfiff. „Da bist du komplett leer, das war so intensiv und schwer für beide Mannschaften.“ Und er lobte: „Riesenkompliment an die Jungs, wie die hier alles reingeworfen haben und sich nie aufgegeben haben. Wir haben einiges richtig gut gemacht, hatten aber auch Fehler dabei. Nach zuletzt viel Pech hatten wir am Ende nun Glück im Unglück. Der Punkt ist so wichtig – auch für die Moral.“

 

Dessau-Roßlauer HV – HSG Konstanz 25:25 (15:13)

 

Dessau-Roßlauer HV: Döhler, Ambrosius (Tor); Pavlicek (3/1), Semper (5), Donath, Maximilian Wasiliewski, Vanco (3), Sohmann (6/3), Pfeiffer (5), Johannes Wasiliewski, Schmidt, Hönicke, Schade (2), Hanner (1), Scheithauer.

Trainer: Uwe Jungandreas

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Stefan Hanemann (Tor); Fabian Schlaich (5), Gregor Thomann (4/1), Mathias Riedel (6), Matthias Stocker (1), Michael Oehler, Paul Kaletsch (4/1), Felix Krüger (2), Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler, Tim Jud (2), Chris Berchtenbreiter (1), Sebastian Bösing.

Trainer: Daniel Eblen

 

Zuschauer: 1416.

 

Schiedsrichter: Linker/Schmidt

 

??✌!!! Boooom!!! Da sind wir wieder! 25:25 in Dessau! Was für ein Kampf unserer Jungs, was für Emotionen! Hat der Nerven, der Paul! Hier der Wurf ins Glück! Punkt Nummer 31 und damit bye, bye Abstiegsplätze!

Posted by HSG Konstanz on Sonntag, 21. Mai 2017

 

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