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HSG Konstanz bindet Linkshänder-Talent

HSG Konstanz bindet Linkshänder-Talent

Rasant ist er aufgestiegen, der Stern des wieselflinken Linkshänders Alexander Lauber. Als mit Simon Geßler der etatmäßige Rechtsaußen der HSG Konstanz den Verein überraschend verließ und sein kongenialer Partner mit Bundesliga-Erfahrung, Marc Hafner, zu allem Überfluss mit hartnäckigen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, schlug die Stunde für den damals erst 20-jährigen gebürtigen Konstanzer. Nicht nur, weil er damals vollends überzeugen konnte, haben die Verantwortlichen der HSG Konstanz nun den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit ihm vorzeitig um weitere zwei Jahre verlängert.

 

Alexander Lauber war gerade erst wieder fit geworden, nachdem er sich die linke Wurfhand gebrochen hatte. Ein komplizierter Bruch, bei dem auch die Handwurzelknochen betroffen waren. Die niederschmetternde Konsequenz: die Hinrunde der Saison 2013/14 war für den talentierten 1,77-Meter-Mann gelaufen. Am vierten Spieltag. Doch dann ging alles ganz schnell. Zunächst absolvierte er nach seiner Verletzungspause ein paar Südbadenliga-Partien mit dem Perspektivteam der HSG Konstanz, um langsam wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Dort demonstrierte er auf Anhieb sein großes Potenzial und zeichnete sich sofort als einer der Haupttorschützen aus. Dann berief ihn Daniel Eblen in das Drittliga-Team. „Ich habe ja schon in der Jugend bei der Drittliga-Mannschaft mittrainiert, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass dann alles so schnell gehen würde“, zeigte er sich selbst überrascht von der rasanten Entwicklung nach seiner Verletzung, die vor allem auf seine eigene schnelle Weiterentwicklung zurückzuführen ist. An die Härte in der 3. Liga habe er sich gewöhnen müssen, auch an das höhere Tempo, die Intensität.

 

Doch auch dort wusste er von Beginn an zu überzeugen und spielte eine gute Rückrunde. In der Vorbereitung auf die aktuelle Saison war bei ihm der nächste Schritt zu erkennen. Noch konzentrierter, effizienter und selbstbewusster wirkte er nun. Eindrücke, die sich in den ersten Spielen mehr als bestätigen sollten. Dass der Knoten nach dem misslungenen Saisonstart bei der HSG geplatzt war, konnte man auch gut an der Leistung des mittlerweile 21-Jährigen sehen. Fünf Treffer gelangen ihm beim Heimsieg gegen Großsachsen, zwei bei der unglücklichen Niederlage in Herrenberg. Er war in Topform. Doch das Pech schlug erneut gnadenlos zu.

 

In der folgenden Trainingswoche blieb er bei einem Zweikampf mit einem Gegenspieler unglücklich an dessen Trikot hängen. Sekunden später lag er mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Handbruch. Schon wieder. Dieses Mal die andere Hand, die rechte. Immerhin nicht die Wurfhand. „Das ist schon bitter“, war für den Studenten des Bauingenieurwesens der Schmerz über die Zwangspause sofort schlimmer als der physische, „man rechnet nicht mit sowas. In einer ganz banalen Aktion.“ Gut habe er sich gefühlt, im mentalen und körperlichen Bereich. Nun steht ihm die nächste Zwangspause bevor.

 

Sechs Wochen lautete die erste Prognose. Glücklicherweise viel kürzer als beim ersten Handbruch, da er weniger kompliziert ist und die Handwurzelknochen nicht betroffen sind. „Für mich ist auch das eine Ewigkeit“, meint er jedoch und blickt sehnsüchtig auf das Spielfeld hinab. Er möchte unbedingt wieder spielen. So schnell wie möglich. Demnächst wird die Hand noch einmal geröntgt, dann steht fest, ob er eventuell sogar noch früher wieder in das Spielgeschehen eingreifen kann. Derweil muss er sich mit Stabilisationsübungen begnügen. Wenigstens ist ein Einsatz beim Bundesliga-Superball am 10.1.2015 nicht gefährdet.

 

„Alex hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt, er hat einen riesigen Sprung nach vorne gemacht“, nennt Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG Konstanz, die wichtigsten Gründe für die vorzeitige Vertragsverlängerung, „er hat bewiesen, was er leisten kann.“ Zudem setzt die HSG Konstanz bevorzugt auf die eigenen Nachwuchskräfte. Auch hier ist Alexander Lauber ein Paradebeispiel für die gute Jugendarbeit des Vereins, die nun immer mehr Früchte trägt. Seit 2002 ist er bei der HSG, mit der Konstanzer B-Jugend wurde er südbadischer Meister, spielte in der A-Jugend-Bundesliga und schaffte mit dem Perspektivteam zwei Aufstiege in Folge bis in die Südbadenliga. Schließlich folgten die ersten überzeugenden Auftritte in der 3. Liga.

 

„Alex ist sehr willig und ehrgeizig. Daher wollen wir weiter mit ihm arbeiten. Wir sind von seinem Talent überzeugt und sehr erfreut über seine Weiterentwicklung“, zeigt sich Andre Melchert zufrieden. Er ist überzeugt davon, dass Alexander Lauber nach seiner Verletzungspause nahtlos wieder da anknüpfen kann, wo er vor kurzem aufgehört hat: „Er hat seinen Wurf verbessert, aber auch gelernt, wie man seinen Körper einsetzt und in der Abwehr seinen Mann steht.“

 

Der 21-jährige Rechtsaußen hat sich auch noch nie Gedanken über einen Wechsel gemacht: „Das macht keinen Sinn, hier kann ich Studium und Handball optimal kombinieren. Mir ist diese Entscheidung sehr leicht gefallen, denn hier fühle ich mich richtig wohl.“ Dankbar zeigt er sich über das große Vertrauen, das ihm stets entgegengebracht wurde, „ich habe von Anfang an viele Spielanteile bekommen, darüber bin ich sehr glücklich.“

 

„Alex bildet zusammen mit Luis Weber und Marc Hafner das Gespann auf Rechtsaußen“, erklärt Andre Melchert, „beide können dabei von der großen Erfahrung von Marc Hafner profitieren und von ihm lernen – zusammen sind sie in dieser Saison ein gutes Trio.“ Alexander Lauber jedenfalls fiebert schon seinem nächsten Heimspiel entgegen, das er wieder auf dem Parkett bestreiten und nicht nur von der Tribüne aus verfolgen kann, denn, so der 74 Kilogramm schwere Uwe Gensheimer-Fan, „das sind in Konstanz alles echte Highlights mit diesen Wahnsinns-Fans! Wir haben uns gefangen, spielen jetzt konstanter und haben fleißig Punkte geholt. Klar wollen wir möglichst oben mitspielen, dass wir die Qualität dazu haben, haben die letzten Spiele gezeigt.“

 

Er selbst möchte dazu möglichst schnell wieder seinen Beitrag leisten, so viel wie möglich spielen und seiner Mannschaft dabei vor allem „so viel wie möglich zurückgeben.“ Auch wenn sein persönliches Saisonziel, nach der schweren Verletzung im letzten Spieljahr jetzt verletzungsfrei zu bleiben, bereits frühzeitig unerreichbar geworden ist – zu Ende ist der rasante Aufstieg von Alexander Lauber sicher noch lange nicht. Wie heißt es in Anlehnung an den römischen Philosophen Seneca so schön: „Per aspera ad astra – „Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen“. Nach zwei Handbrüchen weiß Alexander Lauber ein Lied davon zu singen. Einmal kam er schon stärker zurück als zuvor – und vor allem schneller als alle gedacht haben, der rasant aufsteigende Stern des Alexander Lauber.

 

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