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„Schock sehr groß“: HSG von Zuschauerausschluss und Absagen getroffen

HSG-Konstanz-Geister

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Am Mittwochnachmittag beschlossen die Ministerpräsidenten der Bundesländer, dass ab 2. November sämtlicher Spiel- und Trainingsbetrieb des Sportes für einen Monat ruhen soll. Ausgenommen hiervon ist lediglich der Profisport, doch dieser muss trotz gut funktionierender Hygienekonzepte mindestens vier Wochen völlig ohne Zuschauer auskommen. Die beiden A-Jugend-Bundesligaspiele der HSG am Wochenende wurden bereits verlegt, das der U23 in der 3. Liga soll ebenfalls verschoben werden und das Baden-Württemberg-Derby in der 2. Bundesliga zwischen der SG BBM Bietigheim und der HSG Konstanz war aufgrund noch andauernder Quarantäne der SG schon auf 7. November um 19.30 Uhr in der Viadukthalle in Bietigheim verschoben worden.

 

Die Beschlüsse der Ministerpräsidenten haben zur Folge, dass ab der Oberliga abwärts ab 2. November keine Spiele stattfinden. Die Einordnung der 3. Liga und A-Jugend-Bundesliga als „Profispielbetrieb“ oder nicht steht noch aus. Wie es in der 2. Bundesliga ohne Zuschauer weitergeht, steht ebenso noch in den Sternen. In den nächsten Tagen wird eine Beratung der Clubs zum weiteren Vorgehen erwartet. „Handball gilt nicht als Treiber der Infektionen“, hatte Alexander Klinkner, Präsident des Südbadischen Handballverbandes noch vor den Entscheidungen bei der Verkündung des sofortigen Stopps des gesamten Spieltriebes ab der Südbadenliga gesagt. Auch die Oberliga wurde schon für das bevorstehende Wochenende gestoppt.

 

Kein Verständnis für die pauschale Entscheidung der Politik äußerte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. „Das widerspricht eigentlich dem, was wir letzte Woche mit den Chefs der Staatskanzleien besprochen haben“, erklärte er. „Da war der Tenor noch eindeutig: Der Sport hat seine Hausaufgaben gemacht und trägt nicht zum Infektionsgeschehen bei.“ Eine großangelegte Studie unter dem Namen „Restart 19“ lieferte gestern veröffentlichte wichtige Erkenntnisse. Grundlage für die Studie war ein Konzert-Experiment im Sommer in der Arena Leipzig mit Tim Bendzko und rund 1600 Freiwilligen. Aus der Studie geht hervor, dass Großveranstaltungen mit einer reduzierten Auslastung, Abstandregelungen und Maskenpflicht auf den Tribünen, so die Wissenschaftler, sicherer als der Alltag sein könnten. Für die HSG Konstanz kommt der unerwartete Zuschauerausschluss knüppeldick: Gleich drei Zweitliga-Heimspiele stehen im November auf dem Spielplan. Für André Melchert waren die Entscheidungen „ein großer Schock. Nach den Informationen der HBL haben wir mit anderem gerechnet.“ Auf die genauen Vorgaben und Auswirkungen vor Ort wartet die HSG wie die anderen Clubs noch. Vieles ist derzeit noch unklar. Fest steht lediglich, dass die HSG den kompletten Trainingsbetrieb im Jugendbereich mit sofortiger Wirkung eingestellt hat.

 

 

Vor der Saison war es Beschlusslage, dass ein, zwei Geisterspiele ohne Zuschauer in Kauf zu nehmen wären, mehr können die Vereine nicht verkraften. „Zum Beispiel in Thüringen bekommen die Bundesligavereine eine massive finanzielle Unterstützung durch das Land“, erklärt Melchert, „in Baden-Württemberg gehen die Clubs leer aus.“ Zwar sollen alle Vereine 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes des Vorjahresmonats durch den Bund als Ersatz erhalten, doch das deckt nicht die ganzen Kosten ab. „Es geht nicht immer weiter, dass die Vereine nur Ausgaben aber keine Einnahmen haben und mehr ausgeben müssen als sie selbst durch Zuschüsse oder Erstattungen bekommen.“ Für die HSG Konstanz ist dieser Zuschauerausschluss existenzgefährdend. „Wir werden den Dialog nochmal suchen. Die Neuinfektionen kommen nicht durch Sportveranstaltungen. Das ist aus meiner Sicht eine symbolische Entscheidung“, kritisierte Bohmann. Der HBL-Chef hofft mit Blick auf die finanziell angespannte Situation zahlreicher Clubs, dass spätestens im Dezember wieder vor Zuschauern gespielt werden kann. „Ich erhoffe mir mit Blick auf den Dezember eine Entscheidung von der Politik, die auf Fakten basiert.“ An die eigenen Unterstützer und Anhänger wendet sich Präsident Otto Eblen mit einem eindringlichen Appell: „Wir können diese Lage, in die wir unverschuldet geraten sind, nur gemeinsam mit Ihrer Hilfe meistern. Wir bitten Sie um Ihre Treue und  Verständnis. Wir bauen auf Ihre Solidarität.“

 

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