Jubel-U23-HSG-Konstanz-Derby Jonas Hadlich und Co. freuen sich auf die neue Saison in der Oberliga.

Oberliga Baden-Württemberg:

SG Köndringen-Teningen – HSG Konstanz U23

(Samstag, 20 Uhr, Ludwig-Jahn-Halle Teningen)

 

Eine vergleichsweise kurze, aber intensive Vorbereitung ist schon wieder Geschichte. Genauso wie das erste Jahr nach dem direkten Wiederaufstieg in die Oberliga für die U23 der HSG Konstanz. Mit 20:4 Punkten nach der Winterpause hatte die Zweitliga-Reserve die Saison auf Rang drei, nur drei Zähler hinter den Aufstiegsplätzen, beendet. Das ehrgeizige Ziel der mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren erneut jüngsten Mannschaft der Liga ist deshalb ambitioniert: Die Top Fünf strebt Matthias Stocker mit seinem talentierten Team an.

 

Anlass zur Hoffnung geben fast durchweg hohe Erfolge in der Vorbereitung – bis auf eine knappe 17:18-Niederlage gegen Köndringen-Teningen. Doch genau gegen diese Mannschaft muss sich die Stocker Equipe gleich im ersten Viertliga-Spiel der neuen Saison beweisen – auswärts vor den Toren Freiburgs, wo die Trauben seit Jahren stets besonders hoch hängen. Ein Vorteil könnte sein, dass die U23 der HSG fast komplett in derselben Besetzung wie vor der Sommerpause antreten kann. Lediglich Manuel Both hat sich nach seinem Studium verabschiedet, dafür kam Benjamin Schweda aus der ersten Mannschaft hinzu und wurde vom Team sogleich zum Kapitän bestimmt. Mit Felix Fehrenbach, Balthes Reiff, Moritz Ebert sowie Rohat Sahin kamen außerdem vier Talente aus der eigenen Bundesliga-A-Jugend hinzu. Trainer Matthias Stocker selbst bekam zudem Verstärkung durch den neuen Co-Trainer Fabian Wiederstein, der das Trainerteam um Jens Kluzik (Athletik) erweitert.

 

Die Vorbereitung, inklusive Trainingslager in der Sportschule Ruit, bezeichnet Stocker dann auch als sehr gelungen, sein Team als einen großer Schritt weiter als noch vor zwei Wochen, wenngleich immer wieder kleinere Verletzungen einzelne Akteure ausbremsten. „Wir haben uns die Grundlagen erarbeitet“, so der HSG-Coach. Der Spielrhythmus und das blinde Verständnis im Zusammenspiel müssen aber erst noch kommen, wie bei allen Mannschaften. Insbesondere nach den ersten Partien der Zweitligamannschaft ist bei den HSG-Talenten jedoch genug des Trainings ohne Spiele. „Wir freuen uns jetzt wieder auf den Wettkampf“, strahlt der 31-Jährige. Mit der drittbesten Abwehr der vergangenen Saison ist der Matchplan derselbe geblieben: Eine gute Deckung mit guten Torhütern soll der Grundstein für hochattraktiven Tempohandball „mit Vollgas nach vorne“ sein, erklärt der B-Lizenzinhaber.

 

Besonders wichtig ist ihm jedoch, dass dies nicht die einzige Waffe seiner Mannschaft bleibt. Der stehende Angriff soll noch effektiver und gefährlicher als zuletzt sein. Variabler, flexibler möchte soll hier das Auftreten sein. Stocker: „Wir haben genug Rüstzeug, um in diesem Bereich erfolgreich zu sein.“ Was ihm genau vorschwebt, umreißt er so: „Hohes Tempo, wenig Fehler. Das Tempo haben wir schon, die geringe Fehlerquote noch nicht.“ Überhaupt wird die große Gratwanderung jene sein, mit der gewonnenen Erfahrung und der tollen Platzierung in der Oberliga nicht satt oder zu selbstsicher zu werden, sondern sie zu mehr Cleverness und Abgezocktheit in den entscheidenden Situationen zu nutzen.

 

Das Saisonziel mutet angesichts der starken Absteiger Baden-Baden und Neuhausen/Filder sowie guter, nicht normaler Aufsteiger wie Schwäbisch Gmünd sehr ambitioniert an. Zumal Köndringen-Teningen, Pforzheim und auch Stuttgart über exzellentes Personal verfügen. Doch Stocker liebt, genau wie seine junge, hungrige Mannschaft ambitionierte, hohe Ziele – genauso wie Klartext statt Understatement. „Wir wollen uns schon gerne da oben einnisten“, macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Das wird nicht einfach, das wissen wir. Wir werden nicht mehr unterschätzt. Durch unseren Endspurt haben wir eine brutale Platzierung erreicht.“ Nach Platz drei wollte sich sein Team deshalb wieder ehrgeizige Ziele setzen, die schwer zu erreichen, aber deshalb umso reizvoller sind. „Dafür muss es optimal laufen“, weiß auch der Konstanzer Übungsleiter. „Aber Ziele kann und muss man ohnehin immer wieder anpassen.“ Dafür darf sich sein blutjunges Team jedoch  keinen Negativlauf wie im vergangenen Jahr erlauben.

 

Wo die U23 der HSG steht, wird sich so schon im ersten Spiel bei Aufstiegskandidat Köndringen-Teningen zeigen. Mit Spielern aus der Ukraine und Slowenien verstärkt, möchte der Drittliga-Dino zurück in Liga drei. „Sie haben sich in der Breite deutlich verstärkt“, hat Stocker beobachtet. „Das ist eine super Truppe, bei der es richtig schwer wird.“ Doch die Vorfreude ist schon wieder da auf eine überaus attraktive Liga, wie der ehemalige Zweitligaspieler findet.

 

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