Matthias-Stocker-Trainer-U23-HSG-Konstanz-unzufrieden Nicht zufrieden: Trainer Matthias Stocker hat Sorgen in der Defensive.

Oberliga Baden-Württemberg:

SG Köndringen-Teningen – HSG Konstanz U23 34:32 (16:15)

 

Südbaden-Derbys gegen die SG Köndringen-Teningen schreiben stets ihre ganz eigenen Geschichten. So auch dieses Mal, in einem hochintensiven Duell, in dem wieder alles drin war. 66 Tore, zwölf Zeitstrafen, zwei Rote Karten und ein hitziger, aber jederzeit fairer Schlagabtausch ohne jede Verschnaufpause. Am Ende konnte der Aufstiegsfavorit aus dem Breisgau über einen hart erkämpften 34:32 (16:15)-Sieg jubeln, während die U23 der HSG Konstanz auf das erste Heimspiel am Sonntag, 18 Uhr, gegen Drittliga-Absteiger Neuhausen/Filder setzen muss.

 

Insgesamt 16 Strafminuten hatte Teningen aufgebrummt bekommen, dazu eine Rote Karte aufgrund der dritten Zeitstrafe für Fabrizio Spinner, die U23 der HSG Konstanz deren acht Strafminuten und eine Rote Karte für Samuel Löffler. Das Bild, das dadurch auf den ersten Blick vermittelt wird, ist jedoch ein falsches. Es war immer wieder hochklassig, immer hart umkämpft und dennoch stets fair, was sich die beiden Mannschaften in einem intensiven, temporeichen Schlagabtausch lieferten. Die erste Kostprobe für die 333 Zuschauer: Gerade einmal zweieinhalb Minuten waren gespeilt, als die gut gestarteten Konstanzer bereits zum 3:1 durch Patrick Volz trafen. „Es war ein gutes Spiel von beiden Seiten“, befand Matthias Stocker. Die größten Sorgen bereiteten dem HSG-Coach aber schon bald die offenkundigen Probleme in der Deckung und im Zusammenspiel mit dem Torwart. In der ersten Hälfte noch „halbwegs in Ordnung“ (Stocker), wurden die Defizite immer größer, sodass der 31-Jährige schließlich zum Schluss kam: „In der zweiten Halbzeit war sie schlecht. Dazu kamen ein paar Fehler zu viel, auch im Angriff.“

 

Zu Beginn jedoch konnte die HSG mit schnellen Gegenstößen nach technischen Fehlern des ehemaligen Drittliga-Dinos stets vorlegen. Kurz nach dem Seitenwechsel führte Konstanz mit 18:17. Doch der aus der Ukraine verpflichtete Neuzugang Mykola Melnyk auf Mitte und Jan-Philipp Valda im linken Rückraum konnten schalten wie sie wollten. Alleine diese beiden Spieler kamen zu zehn und 13 Toren und waren somit fast alleine für die am Ende 34 erzielten Treffer der Gastgeber verantwortlich. Dementsprechend angefressen war Matthias Stocker. „Wir haben diese beiden Spieler nie den Griff bekommen und es nicht geschafft, sie als Team zu verteidigen.“ Zwar waren beide an diesem Tag „überragend“, doch die Zweitliga-Reserve stellte sich in den Zweikämpfen auch nicht besonders clever an. Als „teilweise abenteuerlich“ bezeichnete der Trainer des jüngsten Teams der Liga das Geschehen in der eigenen Defensive. Stocker: „Wir haben nie einen Rhythmus hinbekommen.“ Da halfen auch die Umstellungen auf eine offensive Abwehrvariante nicht.

 

Mit hohem Tempo von beiden Seiten kam die HSG nach vier Treffern Rückstand (27:23/47.) dennoch zurück. Kapitän Benjamin Schweda stellte per Strafwurf den Anschluss (28:29) neun Minuten vor Schluss her. Kurz darauf mussten die Gelb-Blauen jedoch auf einen wichtigen Anker verzichten: Samuel Löffler bekam nach einer unglücklichen Abwehraktion die Rote Karte. Wenig später traf es den Teninger Fabrizio Spinner nach seiner dritten Zeitstrafe. Zwei Minuten vor der Sirene nutzte Jonas Hadlich die Überzahl zum neuerlichen Anschluss (32:33). Doch auch mit einem Mann mehr kam, was kommen musste: Valda besorgte mit seinem 13. Treffer die Entscheidung zum 15. Heimsieg in Folge für Köndringen-Teningen und für eine herbe Enttäuschung auf Konstanzer Seite. „Einen Punkt“, bilanzierte Stocker, „hätten wir schon verdient gehabt. Wir waren aber nicht clever genug. Ärgerlich, weil die Chance da war.“ Noch viel zu tun sei deshalb, schob er nach. „Vor allem in der Abwehr müssen wir in die Spur kommen.“ Gegen Drittliga-Absteiger Neuhausen/Filder im ersten Heimspiel am Sonntag, 18 Uhr, in der Schänzle-Sporthalle eine unerlässliche Voraussetzung, ansonsten dürfte wenig zu holen sein.

 

HSG Konstanz U23: Sven Gemeinhardt, Lukas Herrmann (beide Tor); Carl Gottesmann (1), Kai Mittendorf, Pascal Mack (1), Benjamin Schweda (4/2), Jonas Hadlich (4), Lars Michelberger (1), Felix Fehrenbach (5), Patrick Volz (6), Joel Mauch (5/2), Jerome Portmann, Hendrik Dahm, Samuel Löffler (5).

Zuschauer: 333.