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Junger Trainer, junges Team: 16 Eigengewächse starten mit der U23 in der Oberliga

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Die lange Leidenszeit ohne jeden Wettkampf und Pflichtspiel endet für die U23 der HSG Konstanz am Samstag, 19.30 Uhr, mit dem Oberliga-Start in Schmiden. Nach einem großen Umbruch stammen satte 16 Spieler des neuen, extrem jungen Kaders aus der eigenen Jugend. Neu sind dabei nicht nur zehn Neuzugänge, davon acht aus dem eigenen Nachwuchs, sondern auch die Trainer Vitor de Faria Baricelli und Benjamin Schweda.

 

Nur vier Spiele hatten die HSG-Talente in der letzten Saison in der 3. Liga absolvieren können, ehe die Spielzeit abgebrochen wurde. Immerhin schon 3:5 Punkte hatte die damalige Zweitliga-Reserve auf dem Konto und lag auf einem guten zwölften Platz im Mittelfeld. Doch der dramatische Abstieg der ersten Mannschaft am letzten Spieltag aufgrund eines fehlenden Punktes hatte auch schmerzhafte Konsequenzen für die U23, die deshalb den Zwangsabstieg als einziges Team der 3. Liga in die viertklassige Oberliga Baden-Württemberg hinnehmen musste. Schnee von gestern für die HSG-Talentschmiede, die voller Vorfreude auf die neue Saison ist.  Mit den aus der eigenen A-Jugend-Bundesligamannschaft aufgerückten Adam Czakó, Constantin Eich, Jan Stotten, Jens Koester, Marvin Böhlefeld, Nico Koch, Quirin Köble, Konstantin Pauli stoßen acht Neuzugänge aus den eigenen Reihen zum Kader, aus dem insgesamt 16 Spieler aus der eigenen Jugend stammen. Jo Knipp und Gianluca Herbel kamen von den Rhein-Neckar Löwen dazu. Mit einer guten Vorbereitung ist der neue Trainer Benjamin Schweda „absolut zufrieden. Wir haben natürlich schon den Umbruch und das Verletzungspech der ersten Mannschaft gespürt und sind noch nicht richtig eingespielt“, sagt der ehemalige Spielmacher, der seine Karriere im Sommer nach einer schweren Knieverletzung bereits im Alter von nur 27 Jahren hatte beenden müssen. So fehlten ihm stets zwei bis drei Spieler, die sich in der ersten Mannschaft in den Fokus spielen konnten.

 

„Aber“, fügt er an, „wir sind in den letzten Wochen alle einen großen Schritt vorangekommen.“ Pünktlich zum Saisonstart scheint der Kader bis auf die Spieler, die in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommen, einsatzbereit. Auch Jonas Hadlich und Felix Fehrenbach können nach langen Verletzungspausen wohl ihr Comeback feiern. Die Vorfreude sei groß, berichtet der neue Coach. Schweda: „Wir freuen uns auf das, was auf uns zukommt. Auf den Wettkampf, auf die Zuschauer.“ Dabei war die Umstellung für ihn selbst durchaus nicht zu unterschätzen, wie er zugibt. „Es war viel Arbeit, aber macht richtig Bock. Es ist cool, dass ich in so jungem Alter schon die Verantwortung bekomme und macht riesigen Spaß.“ Der Kader ist dabei so extrem jung aufgestellt und fast ausschließlich aus ehemaligen HSG-Jugendspielern bestückt, dass er mit 27 Jahren neben einigen wenigen etwas erfahreneren Akteuren dennoch schon einen gewissen Altersunterschied zu den Spielern mitbringt, mit denen er bis zur letzten Saison noch selbst auf dem Spielfeld aktiv war. Die Mischung stimme dabei. „Die Jungs haben physisch und spielerisch einen guten Eindruck hinterlassen“, lobt Schweda den Trainingsfleiß und die Arbeit im Kraftraum, die sich bei einigen Spielern wie Lars Michelberger und Luca Merz besonders deutlich bemerkbar macht.

 

Die Ziele der Drittliga-Reserve sind als Perspektivmannschaft vorrangig die individuelle Weiterentwicklung der vielen Talente in Richtung erster Mannschaft. Dass die U23 der HSG als Zwangsabsteiger aus der 3. Liga von vielen Konkurrenten auf das Schild des Favoriten für die beiden Aufstiegsplätze gehoben wird, teilt Schweda hingegen nicht. Ein Platz unter den ersten acht Mannschaften sei das Ziel. „Keiner weiß, wie die Teams nach der langen Pause drauf sind“, beschreibt er die 4. Liga, deren Teilnehmer lange weder trainieren noch spielen durften, als echte Blackbox. Schweda: „Die Teams sind neu aufgestellt, keiner weiß, wie gut sie die lange Pause weggesteckt haben, da kann vieles passieren.“ Vor dem ersten Spiel beim TSV Schmiden gilt daher die Konzentration ganz der eigenen Mannschaft, die auf viele sehr erfahrene und körperlich starke ehemalige Zweit- und Drittliga-Akteure treffen wird. Wie in den letzten Jahren steht sein Team für attraktiven Tempohandball. „Die Oberliga ist eine Top-Plattform für die jungen Talente“, so das HSG-Eigengewächs. „Hier kann sich jeder auf sehr hohem Niveau zeigen.“

 

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