Die Hoffnung lebt! A-Jugend qualifiziert sich für deutschlandweite Endrunde der Bundesliga-Qualifikation

Erleichterung war das vorherrschende Gefühl bei Spielern, Verantwortlichen und Fans der A-Jugend der HSG Konstanz nach der dritten Runde im Qualifikationsmarathon für die deutsche Eliteklasse mit den besten 48 Nachwuchsteams Deutschlands. Große Steine waren allen Beteiligten vom Herzen gefallen, als sich die HSG trotz eines Fehlstarts mit einer knappen 15:17 (10:8)-Niederlage gegen Gastgeber Schmiden-Oeffingen im harten Ringen um die raren Plätze zur A-Jugend-Bundesliga mit einem Ritt auf der Rasierklinge durch Siege gegen Erlangen (22:16/8:6) und im kleinen Finale gegen Bayreuth (25:23/13:11) zurückmeldete. Als Drittplatzierter hält Konstanz die Chance als Gründungsmitglied der höchsten deutschen Spielklasse aufrecht, auch im fünften Jahr seit Bestehen der Bundesliga zum vierten Mal mit dabei zu sein.

 

In der bundesweiten Endrunde am 13. und 14. Juni in Ahlen (Westfalen) mit nur noch sieben übrig gebliebenen Mannschaften aus ganz Deutschland werden die letzten drei Bundesliga-Startplätze vergeben. Eigentlich wollte sich Konstanz das Bundesliga-Ticket nach dem knappen Scheitern in der ersten Runde in eigener Halle nur Sekunden vor dem Ende im dritten Qualifikationsturnier schon in Schmiden sichern. Doch in der stärkeren der beiden Gruppen belegte die HSG nur Rang zwei und verpasste damit das Finale um den direkten Startplatz.

 

Schuld daran war vor allem die Niederlage gleich im ersten Match gegen den gastgebenden HSC Schmiden-Oeffingen. Die beiden als Turnierfavoriten gehandelten Teams aus Württemberg und Südbaden waren sich bewusst, dass schon im ersten Spiel die Vorentscheidung fallen würde. Dementsprechend hektisch und nervös begannen beide Mannschaften, aber auch umso umkämpfter war die wichtige Begegnung. Die Konstanzer konnten zunächst besser mit dem Druck umgehen, lagen schnell mit 2:0 in Front und hielten Schmiden stets mit zwei Toren Vorsprung auf Abstand. Als dann der spielstarke HSC in der sich immer weiter füllenden Halle mit der lautstarken Unterstützung seiner Fans und dank druckvollen, schnellen Spiels innerhalb weniger Minuten das Spiel nach einem 10:12-Rückstand zur eigenen 14:12-Führung gedreht hatte, schienen alle Bundesliga-Träume der Konstanzer zu zerplatzen. Nur noch auf 13:14 und 14:16 konnte Konstanz verkürzen, bevor der Finaltraum und die Chance auf die vorzeitige Bundesliga-Qualifikation beim 15:17-Endstand schon ausgeträumt schien.

 

HSG Konstanz – HSC Schmiden-Oeffingen 15:17 (10:8)

HSG Konstanz: Kristian Bozin, Simon Jegler, Louis Wall (Tor); Eric Vonlanthen, Jonas Löffler (3), Noah Meisinger (7/2), Philipp Kunde (1), Carl Gottesmann, Pascal Mack, Samuel Löffler (2), Jerome Portmann (2), Dennis Sugg, Manuel Wangler, Oliver Apel.

 

Das zweite Spiel gegen den HC Erlangen hielt noch eine Minimalchane offen: Ein eigener hoher Sieg und ein Erlanger Erfolg gegen Schmiden hätte noch für das Finale gereicht. Zugleich ging es aber schon um alles. Auch ein Platz für die letzte Chance auf die Bundesliga in der allerletzten bundesweiten Qualifikationsrunde stand auf dem Spiel. Eine Niederlage und alles wäre vorbei gewesen, die HSG Konstanz hätte sich mit der Südbadenliga, der zweithöchsten Spielklasse, abfinden müssen.

 

Ein Nervenspiel drohte angesichts der Ausgangsvoraussetzungen. Und es wurde eins: Konstanz stand im Vergleich zur ersten Partie besser in der Abwehr und kontrollierte zunächst das Geschehen: 5:1. Bis zur Pause schmolz der Vorsprung vor allem dank des guten Erlanger Kreisläufers auf nur noch zwei Tore (8:6). Zittern war wieder angesagt. Und wie. Denn Erlangen kämpfte sich nach einem zwischenzeitlichen 12:16-Rückstand wieder auf 15:16 heran. Wenige Minuten vor dem Schlusspfiff stand die Partie auf Messers Schneide. Konstanz führte 17:16 und drängte nun auf die Entscheidung – und bekam sie, da Erlangen sich durch viele Zeitstrafen selbst schwächte. Kurzzeitig durften die Bayern gar nur noch mit zwei Feldspielern agieren, was das Team von HSG-Trainer Christian Korb mit fünf Treffern in Folge zum 22:16-Endstand gnadenlos ausnutzte.

 

HSG Konstanz – HC Erlangen 22:16 (8:6)

HSG Konstanz: Kristian Bozin, Simon Jegler, Louis Wall (Tor); Eric Vonlanthen, Jonas Löffler (2), Noah Meisinger (6/5), Philipp Kunde (5), Carl Gottesmann, Pascal Mack, Samuel Löffler (3), Jerome Portmann (2), Dennis Sugg (2), Manuel Wangler (1), Oliver Apel (1).

 

Der deutliche Sieg im ersten Alles-oder-nichts-Spiel gegen Erlangen ließ sogar noch einmal eine kleine Chance auf das Finalspiel gegen den Gruppenersten der Parallelgruppe aufflackern, doch Schmiden sicherte sich den Finaleinzug letztlich souverän (21:17), auch weil Erlangen durch zwei Verletzungen geschwächt war. Im anschließenden großen Finale bejubelte der HSC Schmiden-Oeffingen dann nach einem deutlichen 22:17 (11:7) das, was sich auch Konstanz vorgenommen hatte: die Teilnahme an der Bundesliga 2015/16. Finalverlierer Ismaning, in Konstanz der HSG noch mit 9:21 unterlegen, durfte sich immerhin über einen der beiden Plätze für die letzte Qualifikationsrunde mit sieben Teams aus der ganzen Bundesrepublik in Ahlen (Westfalen) freuen.

 

Der letzte freie Platz für die Süddeutschen Teams wurde im zweiten Alles-oder-nichts-Spiel hintereinander für die HSG zwischen Konstanz und Bayreuth ausgespielt. Wieder übernahm zunächst Konstanz das Kommando und ging mit 6:4 in Führung, die nach der Pause (13:11) sogar noch ausgebaut werden konnte (17:14). Als Konstanz zum Endspurt ansetzte und auf 22:18 enteilt war, schien erneut alles entschieden. Bayreuth kämpfte allerdings noch einmal verbissen um die allerletzte Chance auf einen Verbleib in der Bundesliga-Qualifikation und war beim 21:22, 22:23 und 23:24 in den letzten Minuten kurz davor, ein scheinbar schon verlorenes Spiel doch noch zu drehen. Bayreuth setzte mit einer schon auf Höhe der Mittellinie attackierenden Manndeckung alles auf eine Karte und hatte zweimal die Chance zum Ausgleich, die Simon Jegler allerdings mit tollen Reflexen zunichtemachte. Stattdessen setzte die HSG Konstanz mit dem 25. Treffer die endgültige Entscheidung und darf weiter auf eine erneute Saison in Deutschlands Nachwuchs-Eliteklasse hoffen.

 

HSG Konstanz – Haspo Bayreuth 25:23 (13:11)

HSG Konstanz: Kristian Bozin, Simon Jegler, Louis Wall (Tor); Eric Vonlanthen, Jonas Löffler (1), Noah Meisinger (4), Philipp Kunde (7/2), Carl Gottesmann (1), Pascal Mack (2), Samuel Löffler (3), Jerome Portmann, Dennis Sugg (5), Manuel Wangler, Oliver Apel (2).

 

„Wir haben heute nie in unseren Rhythmus und nie die Bindung in unserem Spiel gefunden“, meinte ein sichtlich erleichterter Christian Korb nach einem anstrengenden Turniertag. „Unser Spiel war behäbig, ohne das Tempo, das etwa Schmiden gezeigt hat, zumal wir nicht die entscheidenden Schritte gegangen sind. Schon gegen Erlangen ging es um alles, aber wir sind selbst nach deutlicher Führung einfach nie richtig in Tritt gekommen.“

 

Für Erlangen ist das Rennen um die begehrten Bundesliga-Startplätze ebenso wie für Bittenfeld und auch Bayreuth, den Verlierer des Spiels um Platz drei, endgültig beendet. Während Schmiden dank des Turniersiegs schon für die Bundesliga-Saison 2015/16 planen kann, muss die HSG Konstanz zusammen mit dem TSV Ismaning und fünf weiteren Teams weiter um die Teilnahme bangen und sich beim über zwei Tage erstreckenden letzten Qualifikationsturnier auf Bundesebene einen der ersten drei Plätze sichern. Nur dann gibt es ein Wiedersehen mit Heilbronn und Schmiden, die der HSG zweimal denkbar knapp die Qualifikation entrissen haben.

 

„Die jungen Samuel Löffler und Manuel Wangler haben gerade am Ende Courage gezeigt und das Tempo gemacht. Trotzdem dürfen wir nach deutlichen Vorsprüngen nicht noch einmal so in die Bredouille kommen. Zum Glück hatten wir die einfachen Tore durch Philipp Kunde. Wir hatten heute einen schlechten Tag, kein Vergleich zu unserem Auftritt vor einer Woche in eigener Halle. Da hatten wir einen Glanztag. Den brauchen wir auch wieder im entscheidenden Turnier. Bis dahin müssen wir konzentriert weiterarbeiten.“

 

Zur bundesweiten Endrunde am 13. und 14. Juni in Ahlen (Westfalen) wir die HSG Konstanz frühzeitig anreisen, in einer Herberge übernachten und möchte dann im letzten Qualifikationsturnier, dem dritten mit Chance auf ein Bundesliga-Ticket, den Schritt in die Bundesliga 2015/16 machen. Aller guten Dinge sollen schließlich auch hier drei sein.

 

Die kompletten Ergebnisse und Tabellen im Überblick:

 

Gruppe mit HSG Konstanz:

Die Tabelle:

1.        HSC Schmiden-Oeffingen            4:0 Punkte, 38:32 Tore

2.        HSG Konstanz                           2:2 Punkte, 37:33 Tore

3.        HC Erlangen                               0:4 Punkte, 33:43 Tore

 

Parallelgruppe:

Die Tabelle:

  1. TSV Ismaning                                4:0 Punkte, 41:27 Tore
  2. Haspo Bayreuth                             2:2 Punkte, 35:38 Tore
  3. TV Bittenfeld                                  0:4 Punkte, 36:47 Tore

 

Finalspiele:

 

Der Kader der HSG Konstanz (in Klammern: Jahrgang):

Torhüter: Simon Jegler (97), Kristian Bozin (98), Louis Wall (98).

Feldspieler: Jonas Löffler (97, Rückraum), Dennis Sugg (97, Rückraum), Oliver Apel (97, RA), Samuel Löffler (98, Rückraum), Manuel Wangler (98, Rückraum), Philipp Kunde (98, LA), Pascal Mack (98, KM), Carl Gottesmann (98, KM), Jerome Portmann (98, RA), Eric Vonathen (98, LA), Tom Sailer (98, LA), Philipp Schnetzer (98, RA), Noah Meisinger (97, Rückraum).

Plus die B-Jugendlichen: Maximilian Glimm (99, Rückraum), Jan Geistler (99, Rückraum), Patrick Volz (99, LA).

 

Nur noch sieben Teams aus ganz Deutschland sind jetzt noch im Rennen um die restlichen A-Jugend-Bundesliga-Startplätze!...

Posted by HSG Konstanz on Donnerstag, 21. Mai 2015