B-Jugend-HSG-Konstanz-2019-2020-klein

Oberliga Baden-Württemberg:

TuS Schutterwald - HSG Konstanz 22:24 (10:14)

 

Risiken, Nebenwirkungen und auch eine katastrophale Startphase können einen aussergewöhnlichen Erfolg in der Ortenau nicht verhindern.

 

Lange und verzweifelt werkelten die Konstanzer an einem vernünftigen Plan, wie man in Schutterwald bestehen könnte. Zum Plan gehörte aber definitiv nicht, gedankenverloren an der Abfahrt Engen vorbei zu brettern, wo der Hegauer Teil des Teams auf Anschluss wartete. Also zurück, denn weitere Akteure zu verlieren, konnte man sich schlicht nicht leisten. Das Angebot war schon so in etwa so übersichtlich wie die Auslage im Schaufenster eines Delikatessengeschäfts in Hanoi. Zehn Spieler, davon drei Torleute, nur drei Jungs aus dem älteren Jahrgang 2003, der Rest jung und jünger. 

 

Keine Überraschung vor Ort: Der TuS hatte die volle Kapelle an Bord und Revanche für die 23:28-Niederlage in Konstanz im Sinn. Kleine Überraschung vor Ort: Die eingeteilten Schiedsrichter erschienen nicht auf der Bildfläche. Um das Match zu ermöglichen, einigte man sich darauf, einen Unparteiischen vom Gastgeber Schutterwald aufzubieten. 

 

Nach acht gespielten Minuten und 0:5 aus Konstanzer Sicht wünschte man sich, auch der wäre nie aufgetaucht, und das Match wäre verlegt worden. Erst in der neunten Minute glelang der erste eigene Treffer zum 1:5, der aber der Startschuss zu einer Wiederauferstehung war, an der Lazarus seine wahre Freude gehabt hätte (sofern er nicht aus Schutterwald stammte). Über 3:6, 5:7, 8:8 drehten die dezimierten B-Boys das Ding bis zum Halbzeitstand von 14:10. Die Brillenträger unter den Zuschauern zweifelten am Dioptrienwert ihrer Sehhilfen und die Charakterfrage, immer wieder in Dortmund, München, Schalke und anderswo unter Profis gestellt, hatten die grünen Jungs der B1 schon vor dem Ende des Tages umfassend positiv beantwortet. 

 

In Runde zwo wurde der Vorsprung zunächst sogar leicht ausgebaut (16:10, 21:15), ehe Manndeckung, nachlassende Kräfte und allgemeine Unerfahrenheit im Umgang mit Entscheidungen unter Unsicherheit (Minimax-Regel, etc.)  drohten, das Spiel in Richtung des TuS zurück kippen zu lassen. Das Ende kam so gesehen aus Konstanzer Sicht keine Sekunde zu früh. 24:22, zwei pädagogisch wertvolle Punkte aus der Kategorie «super verdient» plus guter Stoff für ein paar kleine Legenden, eine angenehme Heimfahrt und ein schönes Rest-Wochenende. 

 

HSG Konstanz: Robin Jörger, Noah Frensel, Paul Denecke (alle Tor); Hannes Stengele, David Soos (2), Quirin Köble (4), Nick Siegner (1), Fynn Osann (6), Mika Komin (8), Lucas Farias-Veeser (3).