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B1-Jugend: Nerven behalten, Punkte bei Leutershausen entführt

B1-Jugend-HSG-Konstanz-2018-19-klein

Oberliga Baden-Württemberg:

JSG Leutershausen/Heddesheim - HSG Konstanz B1-Jugend 25:27 (11:14)

 

Eng, enger, B(eng)1: Das ist die Kurzfassung der längsten Auswärtsfahrt der Saison, die die B-Boys bis hinter Mannheim zur JSG Leutershausen/Heddesheim führte. Was großzügig geplant war, geriet in jeder Beziehung zur engen Kiste. Eng, weil es auf allen Straßßen und Autobahnen (Herrenberg, A5, A6) von Baustellen und schmalen Spuren nur so wimmelte, eng weil sich Verzögerung um Verzögerung zum roten Bereich addierte und Zeitdruck aufkam. Eng, weil in der als Spielort ausgewiesenen Halle ein Ski-Basar stattfand, und die alternative Halle erwandert werden musste.

Eng, weil sich die See-Buben in der ersten Viertelstunde und einem 7:7 nicht vom Gastgeber absetzen konnten, enger, weil gute Phasen mit fünf Toren Vorsprung (18:13) und sogar sechs Toren Differenz (21:15) keine Vorentscheidung brachten. Herzzerreißend eng, weil die Konstanzer sich um die Mutter-Teresa-Medaille des Handballs bewarben, unverfälschter Altruismus – gleichzeitig die Hausherren noch nie von «Geben ist seliger denn nehmen» gehört hatten und beherzt nach der Chance griffen, das für sie lange verloren geglaubte Ding zu drehen. Eng bis zur Schnappatmung, als Jan, mit 14 Toren vorne und Held der Arbeit hinten, nach der dritten Strafe mit Rot vom Feld musste. Fassungslos eng, als Leutershausen/Heddesheim auf 22:21 und 25:24 herankam und Ballbesitz hatte… Doch die B-Boys behielten die Nerven. So richtig öffneten sich die Herzen dann aber erst mit den Toren 26 und 27, die das Heimteam nur noch zum Endstand von 27:25 verkürzen konnte.

 

Die obligatorische Schwächephase, die es bislang in jedem Match gab, beendeten die Jungs dieses Mal aus eigener Kraft und rechtzeitig genug, um sich mit einem verdienten Auswärtssieg zu belohnen. Eine gute Erfahrung. Wenn Cleverness aus der Bewältigung schwieriger Situationen entsteht, war dieses Spiel vielleicht ein Meilenstein. Nächste Stufe: Vermeidung dieser schwierigen Situationen. Die B-Boys sind auf einem ganz guten Weg: die Jungen wachsen in ihre Aufgaben hinein, die Erfahreneren übernehmen es, Halt und Hierarchie zu bieten.

 

Klar, es kommen noch ganz dicke Brocken und nicht wenige davon. Aber jetzt geht man erst einmal mit der ausgeglichenen Bilanz von 4:4 Punkten in eine dreiwöchige Spielpause, kann ein wenig Wunden lecken, auf die Rückkehr der Angeschlagenen warten und ruhig an Verbesserungen arbeiten.

 

Am Ende des Tages ging es dann doch noch einmal ganz eng zu, mehr noch, es ging sogar um die Wurst. Trainer Soos schnappte sich das letzte Exemplar vom Grill und biss zu. «Saftig», sagt er mit einem Grinsen, das angesichts der zwei Auswärtspunkte alles andere als eng, sondern denkbar breit war: So breit, dass die Wurst vermutlich auch quer reingepasst hätte.

 

HSG Konstanz B1-Jugend: Robin Jörger, Lucas Pfemfert (beide Tor); Martin Denecke (1), Vincent Biller, Quirin Köble, Fynn Osann (2), Louis Schroff, Jan Stotten (14), Nico Koch (5), Jens Koester (3), Ben Widmann (2), Rohat Sahin, Tino Eich.

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